Urhexe

„Oni oni Hex’ hät siebe Blätz, siebe Blätz hät oni oni Hex’” hört man an der Fasnet aller Orten, wo die Hexen auftauchen. Das neckende Spiel zwischen Kindern und Hexen mit Besen und Chaise bewaffnet, führt zum gegenseitigen lustigen Verstecken, Weglaufen und Rufen. Weitere Sprüche sind: „ Hex mitem Bese, fahrt mit de Schese, d‘ Schese keit um und Hex‘ isch krumm!“, „Oh du alti Suudreckhex, renn eweg din Winterspeck!“.

Eine außergewöhnliche Maske mit zerfurchtem, angsteinflößendem Gesicht mit einem aufgestellten Kopftuch macht sie gruselig. Dazu 7 „Blätz“ (Flicken) auf ihrem Häs, Rock und Hippenbluse, Schürze und Strohschuhe. Im Gegensatz zu anderen Orten sind die Hexen in Bräunlingen auf 16 beschränkt, führen bei Umzügen einen echten Stier, der ein Hexenrad zieht, mit sich und verzichten auf alles „Nicht-Traditionelle“ (wie bei anderen Zünften teilweise ersichtlich, wie beispielsweise Trinkbecher am Gürtel etc.).

Waghalsig die Hexenpyramide, urwüchsig die Hexenpolka. Mit dem Hexenlauferöffnen entzünden sie die Fasnet an „Maria Lichtmess“ (2. Februar) am Hexenfeuer, die Urhexe mit gelbem Tuch („die Gäjl Hex‘“) sprengt den Druidenstein und erwacht zu neuem Leben. Es folgen wilde Sprünge durch das lodernde Feuer, begleitet von Alemannischen Trummlern mit wuchtigem und dröhnendem Schlag der Trommeln und Schüssen aus der Kanone der Stadtwehr.

Der Sprung symbolisiert den Übergang vom kalten Winter in den wärmenden Frühling. Ein Höhepunkt ist der Hexensonntag, durchgeführt zusammen mit den Krummen Hexen, dem zweiten Fasnetverein in Bräunlingen. Beim Besuch der Gaststuben gilt traditionell Maskenpflicht, um auch dort zunächst unerkannt so manchen Schabernack zu treiben.

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